Gemeinde Leipheim

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Hospitalstiftung

Die Leipheimer Hospitalstiftung ist die älteste noch bestehende Sozialeinrichtung im Landkreis Günzburg – vergleichbar etwa mit der Augsburger Fuggerei. Vom ursprünglichen Ensemble stehen noch der Alte Spittel nordseitig und der Farrenstall (Farren = Zuchtbullen) ostseitig.

Das ursprüngliche Spital, das sog. Spittel,   erstellte 1315 das Adelsgeschlecht der Güssen als damals üblichen Akt der Mildtätigkeit. Die finanzielle Unabhängigkeit sicherte seit 1368 eine Stiftung mit Gebäuden, Land- und Forstwirtschaft sowie zehntpflichtigen Leibeigenen. Aus heutiger Sicht wäre das Spittel ein kombiniertes Krankenhaus, Pflegeheim und Hospiz.

In ihrer wechselvollen Geschichte erscheint die Stiftung u.a. als „Konvertitin“ zum evangelischen Glauben im 16. Jahrhundert, als Kleinkreditgeberin für bedürftige LeipheimerInnen im 19. Jahrhundert oder als Betreiberin des Krankenhauses von 1832 bis 1972. Seit 1954 ist die Hospitalstiftung eine rechtsfähige Wohltätigkeitseinrichtung und finanziert heute die Sozialstation im Farrenstall.

Das schön restaurierte Alte Spittel befindet sich in Privatbesitz.

Leipheim um 1750 auf einer Karte von Johann Lambert Kolleffel in der „Geographischen und Topographischen Beschreibung der Reichs-­Ge­fürsteten Markgrafschaft Burgau“.

A: St. Veitskirche
B: Schloß
C: Pfarrhaus
D: Jägerhaus
E: Hospital
F: Rathaus
G: Stadtschreiberei
I: Wirtshaus

Quelle: Österreichisches Staatsarchiv, Wien. In Georg Simnacher, Hospitalstiftung Leipheim, Weißenhorn 1980