Gemeinde Leipheim

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Jakob-Wehe-Tor

Westlich des Alten Spittels befindet sich ein Durchgang in der Stadtmauer. Diese so genannte Jakob-Wehe-Pforte hat eine eigene Geschichte: Jakob Wehe war der erste evangelische Pfarrer Leipheims und einer der Führer des Leipheimer Haufens während des Bauernkrieges 1525.

Jakob-Wehe-Tor, ca. 1960
Jakob-Wehe-Tor, ca. 1960

Nach der katastrophal verlorenen Schlacht am Biberhaken am 5. April 1525 wollte Georg Truchseß von Wald­burg, der Führer des Heeres des Schwäbischen Bundes die bauernfreundliche Stadt Leipheim nur von der Plünderung verschonen, wenn ein hohes „Frevelgeld“ bezahlt und alle Rädelsführer ausgeliefert würden. Jakob We­he hörte wohl davon und floh aus der Stadt – entweder durch einen Spalt in der Stadtmauer oder durch besagte Pforte.

Anschließend versteckte er (und möglicherweise auch der evangelische Pfarrer von Günzburg) sich in einer selbst gegrabenen Höhle am Hang. Doch er wurde gefasst und vom Truchseß zum Tode verurteilt. Das Urteil vollstreckte der Ulmer Henker am nächsten Tag an der Richtstatt auf dem Gelände des heutigen AREAL PRO.

Jakob-Wehe-Tor heute
Jakob-Wehe-Tor heute

Der so genannte Jakob-Wehe-Stein erinnert an das Ereignis. Der „Luther-Stoi“ aus dem Jahr 1883 hatte ursprünglich seinen Platz an der Hinrichtungsstätte von Jakob Wehe zwischen Leipheim und Bubesheim. In der Nazi-Zeit musste er dem Fliegerhorst weichen und fand Obdach an der Leipheimer Kirche. Danach wanderte er zum Steinmetzermeister Kübel und dann zum evangelischen Pfarrhaus. 1975 erhielt er seinen endgültigen Platz an der Jakob-Wehe-Pforte.