Gemeinde Leipheim

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Hospitalstifung Leipheim

Die Mitglieder des Leipheimer Stadtrates und Bürgermeister Christian Konrad dankten der
Die Mitglieder des Leipheimer Stadtrates und Bürgermeister Christian Konrad dankten der "Vogtsfrau" für die dateilreiche Ausarbeitung der neuen Führung.

Anlässlich des 650-jährigen Jubi­läums der Hospitalstiftung Leip­heim kam der „Magistrat der neuen Tage“ (Stadtrat) in den Genuß einer Führung mit der „Vogtsfrau und Schlossherrin zu Lypheim“ (alias Gästeführerin Marianne Winkler).
Die Gästeführerin hat über Monate für ihre neueste Führung recherchiert. Im Mittelpunkt steht dabei die 650-jährige Geschichte des Leipheimer Spitals, es werden aber auch die „herrschaftlichen Zeiten“ - also die Güssenzeit und die ulmische Zeit nach dem Bauern­auf­stand gestreift.
Die Zeitreise ins Jahr 1591 startet im Leipheimer Schlosshof, wo die Gattin des 13. Vogts Hans Christoph Kraft von Dellmensingen (1557 bis 1594 Ober­vogt in Leipheim) bereits die Gruppe erwartet. In Abwesenheit ihres Mannes und Stadtschreibers Jörg Heberlin, der aufgrund eines fälschlichen Revers­briefes im Gefängnisturm einsitzt, übernimmt sie derzeit die Amtsgeschäfte. In ihrer eigentlich knap­pen Zeit, nimmt sie sich des „Magistrats der neuen Ta­ge“ an, der sich für das Spital interessiert.
Vorbei am Pfarrhaus und dem früher angrenzenden Forstverwalter­hauses geht es zum Spital in der Hin­teren Gas­se. Bereits 1315 wurde das Spital „Zum heiligen Geist“ durch eine Stiftung von Diepold Güß ins Leben gerufen - noch bevor 1452 ein Spital in Günzburg ge­gründet wurde. Damit ist die Leip­hei­mer Hospitalstiftung die älteste Wohl­tätigkeitseinrichtung im Land­kreis Günz­burg. Das Spital - früher übrigens der Spital - unterstützte vorangig arme, bedürftige, kranke und alte Leipheimer. Zunächst stand das Spital unter der Verfügungsbefugnis der Güssen, bis es 1368 nach der Ausstellung des Stifter­briefes selbständig wurde - daran soll heuer, insbesondere mit der neuen Führung erin­nert werden.
In der folgenden Zeit entwickelte sich das Spital zu einem Wirtschafts­be­trieb. 1516 wurde das Pfründehaus, ein Armenhaus errichtet, das heute als Far­renstall bekannt ist. Bis zum Ende der Reichstadtzeit 1802 leistete das Spital Beträchtliches: Nicht nur „Bräune, Gichter, Knochenfraß, Stick­fluß, Faul­fieber Schleim­schlag, und weib­liche Na­turumstände“ (laut Auszug aus dem Sterbe­register) galt es zu behandeln, sondern es wurde beispielsweise auch das Schul­geld für arme Kinder über­nommen, Heb­am­men bezahlt und Bei­hilfe ge­währt...
Wie genau es mit dem Spital weiterging, erfahren Neugierige bei ei­ner Führung mit der „Vogtsfrau“. Der „Magistrat der neuen Tage“ zeigte sich begeistet über die vielen inte­ressanten Details, die Gästeführerin Marianne Winkler recherchiert hatte.


Die nächste öffentliche Führung der Vogtsfrau findet am 13. September statt. Gruppenführungen nach Verein­barung. Info und Anmeldung unter Tel. 08221/72200 oder E-Mail guessenstadt-leipheim@freenet.de

Weitere Informationen zu den Führungen von Gästeführerin Marianne Winkler finden Sie hier.