Gemeinde Leipheim

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Aktuelles

Sachstand Flutpolder

Rund 70 interessierte Bürgerinnen und Bürger kam am 27. Mai in den Leipheimer Zehntstadel zur Informationsveranstaltung des Wasserwirtschaftsamts Donauwörth zum aktuellen Planungsstand für den in Leipheim geplanten Flutpolder.
Zielsetzung des Flutpolders ist die Zwischenspeicherung von Wasser in ehemaligem Auwald über mehrere Tage bei großem und somit seltenem Hochwasser, um die Überflutung der Bebauungen mit diesem Donau-Wasser zu verhindern. Für kleine bis mittlere Hochwasser sind zusätzlich lokale Hochwasserschutzanlagen, z.B. Deiche, vorgesehen (so genannte Grundschutzprojekte).
 
Der Rückhalteraum umfasst in seinen wesentlichen Elementen einen Deichneubau von der Staustufe entlang der Autobahn und der Ortsverbindungsstraße Riedheim-Weißingen bis westlich Weißingen sowie zwei Einlauf- und ein Auslaufbauwerk. Um die Grundwassersituation nicht zu verschlechtern, ist parallel zum neuen Deich eine Sickerleitung vorgesehen. Es wurden zwei Raumordnungsvarianten ausgearbeitet.
 
Der Rückhalteraum verhindert aufgrund des erforderlichen Deiches auch die Überschwemmung von Weißingen bei großem Hochwasser und vermindert Risiken für Leipheim-Kohlplatte und die östlich nachfolgenden Bebauungen. Seine Wirkung ist vor Ort am größten. Eingesetzt wird der Rückhalteraum nur bei großen Hochwasserereignissen, die den oben genannten Grundschutz gefährden würden, d.h. konkret um z.B. Deichbrüche zu verhindern.
 
Die Ausarbeitung aller der Raumordnungsvarianten ist mittlerweile abgeschlossen. In Kürze soll das Raumordnungsverfahren starten. In diesem werden die Wirkungen des Rückhalteraumes auf Nutzungen wie z.B. die Landwirtschaft, die Fischerei, den Forst etc. und auf die Natur bewertet, seine Raumverträglichkeit wird beurteilt. An das Raumordnungsverfahren kann sich ggf. ab 2021 der weitere mehrjährige Planungsprozess zur Vorbereitung eines Genehmigungsverfahrens anschließen. 
Im Anschluss an die Projektvorstellung hatten die Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit Fragen zum Projekt zu stellen.
Insbesondere die mehrmals jährlich stattfindenden ökologischen Flutungen, die dazu dienen sollen, dass sich die Natur an die Flutung gewöhnt, sorgten für Vorbehalte bei den Bürgerinnen und Bürger.
Dr. Andreas Rimböck, Leiter des Wasserwirtschaftsamt Donauwörth und Marion Keyl, Projektbeauftragte beim Wasserwirtschaftsamt Donauwörth, versuchten die Bedenken zu zerstreuen. Sie betonten, dass bei den ökologischen Flutungen lediglich tiefliegende Rinnen und Flächen kurzzeitig mit Wasser gefüllt werden. Die vorhandenen Seen im Auwald sollen von den ökologischen Flutungen durch Erdhügel geschützt werden, so dass für die Fischerei keinerlei Beeinträchtigungen entstünden.
Ein Bürger fragte Bürgermeister Christian Konrad, wie die Stadtverwaltung und der Stadtrat dem Projekt gegenüberstehen. Bürgermeister Christian Konrad erklärte, dass sich der Stadtrat auf Grundlage sachlicher Informationen mit dem Thema auseinandersetzen und sich dann entsprechend positionieren werde. Stellungnahmen von Seiten der Stadt und anderen Betroffenen werden jedoch erst zu einem späteren Zeitungpunkt, im Planfeststellungsverfahren, hinzugezogen. Darüber hinaus kann auch wenn die Stadt eine ablehnende Haltung einnehmen sollte, der Flutpolder trotzdem kommen.
 
Detaillierte Pläne und Berechnungen können auf den Seiten des Wasserwirtschaftsamtes eingesehen werden.